Gellende Schreie in der Dunkelheit

Das THW-Arnsberg beweist seine Leistungsfähigkeit an einem Übungswochenende

Ein großer Trümmerberg, gellende Schreie aber auch leises Wimmern, einzelne Menschen irren verletzt umher, völlige Dunkelheit, dazu heftiger Dauerregen. Ein Betriebsgebäude ist nach einer heftigen Explosion eingestürzt. 10 – 11 Personen werden noch vermisst. Das war das Schreckensszenario welches sich die Einsatzkräfte des Arnsberger THW am vergangenen Freitag im Rahmen eines Übungs- und Ausbildungswochenendes stellen mussten.

Die angerückten THW-Kräfte des Zugtrupps und der Bergungsgruppen müssen sich zu Beginn erst einmal einen Überblick verschaffen. Wie groß ist der Trümmerberg, wo können die Einsatzfahrzeuge abgestellt werden, welche Gefahren lauern in den Trümmern, wo befinden sich die vermissten Personen? Aber zuerst muss es heller werden.

Mit den Lichtmasten der großen Stromerzeuger, die die nachgerückte Fachgruppe Elektroversorgung mitgebracht hat wird das Gelände rasch in gleißendes weißes Licht getaucht. Weitere Einzelscheinwerfer beseitigen dann auch die letzten dunklen Bereiche. Die Rettungsarbeiten können nun wesentlich gefahrloser erfolgen.

Beim Absuchen werden erste Verletzte gefunden und erstversorgt. Nun gilt es zwischen den schweren Betontrümmern weitere Vermisste zu suchen. Hohlräume werden erkundet, schwere Trümmerteile gegen Verrutschen gesichert. Mit schweren Kettenzügen werden Wandteile zur Seite gezogen um Zugänge zu den Verletzten zu schaffen. Mit Hebekissen und Hydraulikstempel werden tonnenschwere Trümmer gefühlvoll angehoben und unterbaut.

Die Arbeit in der Enge ist anstrengend aber erfolgreich. Nach rund 3 Stunden wurde die gestellte Aufgabe mit der Rettung der letzten Person abgeschlossen. Ziemlich erschöpft, durchnässt aber zufrieden treten die THW´ler die Rückfahrt nach Arnsberg an.

Ein Dank gilt der Fa. Hilgenroth, Sundern für die unkomplizierte Bereitstellung des Übungsobjektes.

Samstagvormittag; das Gelände am alten Hallenbad in Arnsberg am Feauxweg. Nach einer eher kurzen Nachtruhe stellen sich die THW´ler neuen Aufgaben. Hier liegt die gemeinsame aufgabenbezogene Ausbildung im Vordergrund.

Die Bergungsgruppen bauen mit den Elementen des Einsatzgerüstsystems im freien Vorbau einen Steg über die Ruhr. Er dient der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen als Traggerüst für Rohrleitungen mit denen Abwässer sicher auf die andere Ruhrseite gepumpt werden.

Die Fachgruppe Elektroversorgung hat sich die materielle und personelle Verstärkung des THW Paderborn hinzu geholt. Gemeinsam werden die drei nun vorhandenen Großgeneratoren miteinander verbunden, geerdet und aufeinander abgestimmt (synchronisiert). Es hätte so Notstrom mit einer Gesamtleistung von rund 340 KW in das öffentliche Netz eingespeist werden können.

Die Fachgruppe Führung/Kommunikation legte den Schwerpunkt an diesem Wochenende auf die Möglichkeiten, die der neue Führungskraftwagen bietet. Nach eingehender Ausbildung zur Ausstattung und der Fahrzeugtechnik wurden die Einsatzmöglichkeiten dieses Fahrzeuges als kleine Führungsstelle, Meldekopf und mobile Relaisstelle (Funkumsetzer) praktisch geübt.

Zur erfolgreichen Durchführung des Übungswochenendes haben die „Großen“ der THW-Jugend Arnsberg maßgeblich beigetragen. Bei einem gemütlichen Beisammensein mit Gegrilltem klingt am Samstagabend das erfolgreiche Übungswochenende aus.





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